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Nachlese
zum Fachtag der Suchtselbsthilfe in Weinsberg am 15.10.2011 Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten Suchthilfe

Referentenbeiträge unter 
www.selbsthilfebuero-hn.de

Bericht der Heilbronner Stimme vom 18.01.2011
Suchthilfe enger vernetzen
von Joachim Kinzinger

Weinsberg - Rund 1,5 Millionen Deutsche sind vom Alkohol abhängig, bis zu 1,9 Millionen von Medikamenten. Wie kann die Suchthilfe bedarfsgerecht weiterentwickelt werden? Von Ärzten, Therapeuten, Kliniken, Selbsthilfegruppen. "Eine Verbesserung der Kommunikation und eine Vernetzung der Beteiligten ist das Ziel", sagt Manfred Geiger, Organisationsleiter der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Selbsthilfegruppen für Suchtkranke der Region Heilbronn-Franken. Die AG hat den Fachtag im Klinikum am Weissenhof (KaW) in Weinsberg ausgerichtet. Mehr als 70 Leute hören Referate, wie Abhängigkeitskranke professionell versorgt und patientengerecht in Selbsthilfegruppen vermittelt werden. Denn: "Es soll sich was bewegen", erklärt Manfred Geiger.

Entgiftung

Was ist notwendig, damit eine Entgiftung konstruktiv ist? Dr. Thomas Heinrich, Chefarzt der KaW-Klinik für Suchttherapie, stellt die differenzierten Behandlungen in Weinsberg vor:
niederschwelliger Drogenentzug (18 Plätze), die Akutbehandlung bei Alkohol und Medikamenten (23), Entzug und Motivation (24), bei chronischen Abhängigkeitskranken (24). Die Patienten sind 18 bis 75 Jahre alt, ein Teil kommt laut Heinrich freiwillig in die Klinik, wenn der Leidensdruck zu hoch ist. Nach der körperlichen Entgiftung sei eine umfassende Betreuung und Weiterbehandlung notwendig. Auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen helfe, Rückfälle zu vermeiden und die Krankheit als solche zu akzeptieren, so Dr. Heinrich.

Dr. Werner Kolb, Chefarzt der AHG Klinik Wilhelmsheim, bezeichnet die Suchtrehabilitation als erfolgreiches Modell in Deutschland. Maximal 16 Wochen dauert die stationäre Reha-Behandlung bei Alkoholikern. Es sei das Ziel, auch Langzeitarbeitslose besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Früher war er ein Akutbetroffener, heute ist er Sucht- und Sozialberater in der Industrie: Heinz Banzhaf, Landesvorsitzender der Guttempler. Banzhaf fordert die professionellen Stellen auf, enger mit Selbsthilfegruppen zusammenzuarbeiten: "Auf Augenhöhe." Um das Ziel "kommunaler Suchthilfenetzwerke" zu erreichen.

Schlüsselfunktion

Niedergelassene Ärzte haben laut Manfred Geiger eine Schlüsselfunktion bei der Suchthilfe. Einer davon referiert in Weinsberg: Dr. Christoph von Ascheraden, Präsident der Bezirksärztekammer Südbaden. "Freundliche Konfrontation" nennt Ascheraden es, den Patienten den Spiegel vorzuhalten. Wichtig sei, den Behandlungsplan an die Biographie des Menschen anzupassen. "Selbsthilfegruppen sind ein großer Gewinn, sie müssen aber ihre Grenzen erkennen", meint der Hausarzt.

Rudolf Barth, Referent für Sucht und Psychiatrie im Diözesan-Caritasverband Trier, weist auf den Stellenwert der Selbsthilfegruppen hin: "Ein Drittel der Betroffenen schafft den Ausstieg, ohne dass sie in die Klinik zur Entgiftung müssen." Und laut Hans Joachim Abstein, stellvertretender Vorsitzender der Landesstelle für Suchtfragen, ist die Vernetzung im Hilfesystem in den letzten Jahren viel stärker geworden.                         

 

 

     

 

 

 

Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen für Suchtkranke e. V. Region Heilbronn - Franken